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Sport 2000 Putz


Weniger, dafür besser
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2026-08-03

Wir sind heute an einem Ort, an dem Geschichte sichtbar geworden ist. Vor mehr als hundert Jahren verlief hier eine Front. Menschen lebten monatelang hinter in Stein gemeißelten Schützengräben. Sie hatten Angst, mussten Kälte ertragen und Hunger leiden. Viele von ihnen waren kaum älter als die jungen Menschen, die heute noch zur Schule gehen.

Sie träumten von einem glücklichen Leben – und fanden den Tod.

An solchen Orten wird oft von Helden gesprochen. Ist Krieg nicht das Scheitern der Menschheit? – Bertolt Brecht legt einer seiner Figuren den Satz in den Mund: „Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.“ – Wo Krieg herrscht, wo Unrecht regiert und Menschen einander töten, braucht es außergewöhnlichen Mut. Wie viel schöner wäre eine Welt, in der niemand gezwungen wäre, ein Kriegsheld zu sein.

Jesus spricht im Evangelium nicht von Helden, aber von Friedensstiftern. Er sagt nicht: Selig die Starken. Selig die Sieger. Selig die Berühmten. Sondern selig, die Frieden schaffen. Solche Menschen wünsche ich mir als die Helden in unserer Zeit: Ihre Namen erscheinen nie in den Nachrichten.

  • Die Mutter, die nach einem langen Arbeitstag geduldig ihren Kindern zuhört.
  • Der Vater, der seinen Sohn lehrt, Konflikte mit Worten, statt mit Fäusten zu lösen.
  • Die Lehrerin, die Mobbing nicht übersieht, sondern einschreitet.
  • Der Nachbar, der nach einem Streit den ersten Schritt zur Versöhnung macht.
  • Die Pflegekraft, die einem einsamen Menschen Zeit schenkt.
  • Der Jugendliche, der sich gegen Ausgrenzung stellt, und Nachteile befürchten muss.


Solche Menschen verändern die Welt – meistens wohl unbemerkt.

Frieden beginnt nicht dort, wo Staaten Verträge unterschreiben. Sehr wohl aber dort, wo ein Mensch beschließt, nicht mit gleicher Münze heimzuzahlen. Er beginnt mit einem freundlichen Wort, mit der Bereitschaft zuzuhören und dem Mut zu vergeben. – Papst Franziskus hat gesagt: „Frieden ist Handwerksarbeit.“ Er wird Tag für Tag mit Geduld und Respekt gebaut.

Die Helden des Alltags verhindern, dass aus kleinen Verletzungen großer Hass wird. Sie bauen Brücken, bevor Gräben entstehen. – Am Ende seines Lebens hat Jesus darum nicht zum Schwert gegriffen. Er hat gebetet: „Vater, vergib ihnen.“ Das ist die größte Heldentat der Geschichte.

Jedes versöhnende Wort ist ein Sieg des Friedens. Unsere Zeit braucht Menschen, die Brücken bauen. Dann erfüllen sich das Wort Jesu: „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“ Amen.




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Ingo Ortner
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