
Dr. Ignaz Tschurtschenthaler wurde am 1. Februar 1890 in Mauthen geboren und zählt zu den bedeutenden Persönlichkeiten Kärntens, die während der Zeit des Nationalsozialismus aufgrund ihrer politischen und weltanschaulichen Überzeugungen verfolgt wurden. Nach dem Besuch des Bischöflichen Knabenseminars Marianum in Klagenfurt legte er 1909 am Stiftsgymnasium Klosterneuburg die Matura ab. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Graz, promovierte 1913 zum Doktor der Rechte und eröffnete 1925 eine eigene Rechtsanwaltskanzlei in Klagenfurt.
Schon in jungen Jahren engagierte sich Tschurtschenthaler im katholischen Verbindungswesen und war Mitglied der K.Ö.St.V. Karantania Klagenfurt, Mitbegründer der heutigen K.Ö.St.V. Babenberg Klagenfurt sowie Mitglied der K.Ö.St.V. Traungau Graz. Politisch war er in der Christlichsozialen Partei aktiv, gehörte von 1926 bis 1934 dem Klagenfurter Gemeinderat an, war Mitglied des Bundesrates und vertrat Kärnten von 1934 bis 1938 im Staatsrat.
Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wurde er bereits in der Nacht vom 11. auf den 12. März 1938 verhaftet. Es folgten Haft im Polizeigefängnis Klagenfurt sowie die Einweisung in die Konzentrationslager Dachau und Flossenbürg. Unter der KZ-Nummer 14305 war er bis zum Frühjahr 1940 inhaftiert. Nach seiner Entlassung wurde er enteignet, erhielt Berufs- und Gauverbot und wurde aus der Liste der Rechtsanwälte gestrichen. In Wien absolvierte er eine Ausbildung zum Steuerberater und schloss 1944 als Diplomvolkswirt ab.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Tschurtschenthaler nach Kärnten zurück und nahm seine Tätigkeit als Rechtsanwalt wieder auf. Er beteiligte sich an der Gründung der Kärntner ÖVP, war von 1945 bis 1949 Abgeordneter zum Nationalrat und wurde 1950 zum Ersatzmitglied des Verfassungsgerichtshofes bestellt. Dr. Ignaz Tschurtschenthaler starb am 16. Dezember 1954 in Klagenfurt. Sein Lebensweg steht beispielhaft für Mut, Standhaftigkeit und demokratische Verantwortung in einer Zeit politischer Verfolgung.
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